Joshwagenbach : Verhaltenspsychologie, Gewohnheitsbildung und Leistungsverbesserung

Intelligente Menschen innovieren

Es war 1974 und Arthur Fry verbrachte seine Wochenenden meistens in seinem lokalen Kirchenchor und begeisterte die Kirchengemeinde mit seiner Stimme. An einem Sonntag hatte Fry ein relativ langweiliges Problem: Er konnte sein Lesezeichen während der Predigt nicht festhalten. Du weißt schon, das immer wieder leidige Problem, wenn man ein Buch hält und lesen möchte.

Um die Lieder schnell zu finden, hat Fry kleine Stücke aus Papier zwischen die Seiten des Buches gelegt, wie Lesezeichen. Das einzige Problem war, dass jedes Mal, wenn er aufstand, die kleinen Stücke aus Papier zwischen den Seiten heraus glitten oder aus dem Buch vollständig heraus fielen. Verärgert durch seine ständig herausfallenden Markierungen, begann Art Fry von einer besseren Lösung zu träumen.

“Es war während der Predigt,” sagte Fry als er dachte:” Was ich wirklich brauche, ist ein kleines Lesezeichen, das auf dem Papier kleben bleibt, aber das Papier nicht zerreißen wird, wenn ich es wieder entferne.

Mit dieser Idee im Kopf, ging Fry zurück an seine Arbeit. In der nächsten Woche begann er an einem alternativen Lesezeichen zu arbeiten. Fry hatte sehr viel Glück, denn zu dieser Zeit arbeitete er in der perfekten Firma um ein klebendes Lesezeichen zu entwickeln. Er war ein Mitarbeiter bei 3M und einer seiner Kollegen, war ein Klebstoff-Spezialist, mit dem Namen Spencer Silver.

In den nächsten Monaten entwickelten Fry und Silver ein Stück Papier, das auf einer Seite haften konnte, aber auch wieder leicht zu entfernen war und wieder aufgeklebt werden konnte. Dachte er an Aufgeben? Nein! Schließlich wurde dieses kleine Projekt zu einem der meistverkauften Büroartikel aller Zeiten: der Post-It-Klebezettel. Heute verkauft 3M die Post-It-Notes in über 100 Ländern weltweit und Sie tragen einen erheblichen Teil zum Milliardenkonzern bei. Sie finden die Klebezettel in Bibliotheken, Schulen, in Büros und Sitzungssäle und verstreut an nahezu jedem Arbeitsplatz wieder.

Was können wir aus der Geschichte von Arthur Fry lernen? Und gibt es etwas, das wir lernen können, um unser Leben und die Welt besser zu machen?

Beginne klein

Arthur´s Versuch war es nicht, ein neues Produkt für Büros zu kreieren. Zu Beginn wollte Fry nur ein besseres Lesezeichen, für seinen sonntägigen Chor haben. Er wollte nur etwas kleines für sich schaffen. Etwas das sein kleines Problem löst.

Für eine lange Zeit dachte ich, wenn ich nicht an etwas unglaublichem arbeite, dann wird es nichts Wert sein. Aber immer häufiger entdecke ich für mich, die Wahrheit: das Wichtigste ist nicht, etwas Weltveränderndes zu schaffen, sondern einfach etwas zu schaffen. Wenn es wirklich ein Problem löst, wird es die Welt verändern. Probleme wird es immer auf der Welt geben, es spielt keine Rolle welche Berufe in der Zukunft wegfallen werden, es werden immer neue entstehen. Vielleicht entwirfst du in der Zukunft Pflanzen. Was ich damit sagen möchte es wird immer große und kleine Probleme in der Welt geben und diese Probleme bieten jedem einzelnen von uns Möglichkeiten.

Du musst nicht etwas bauen das beliebt ist, um etwas Sinnvolles zu bauen

Und das bringt uns zu der wichtigsten Lektion, die wir von Arthur Fry und seinen Post-It´s lernen können: Wenn die Welt dich mit etwas interessantem oder frustrierendem oder neugierigem konfrontiert, konter dagegen. Sei der in dieser Situation etwas kreiert und nicht aufgibt. Dachte Arthur er wäre etwas besonderes? Ich glaube nicht…

Mit anderen Worten: Die Welt braucht intelligente Menschen, um Dinge zu bauen. Wir brauchen Mitarbeiter, die Dinge erfinden, Unternehmer, die Dinge schaffen und Selbstständige und Künstler die Dinge gestalten. Wir brauchen Menschen, die in ihrer Freizeit Handtaschen als Nebenprojekt kreieren und Väter die Zuhause bleiben um erstaunliche Romane zu schreiben. Wir brauchen mehr Leaders und nicht mehr Anhänger. Wir brauchen mehr Schöpfer und nicht mehr Konsumenten.

Und vielleicht ist das Wichtigste zu erkennen, dass wir nicht nur füreinander, sondern auch für uns selbst etwas kreieren müssen. Etwas zu kreieren ist der perfekte Weg, um die wertvollen Dinge im Leben, die uns tagtäglich begegnen zu schätzen. Etwas beitragen, zu erschaffen, sich in der Welt verankern und in die Geschichte der Welt einzutauchen – das ist ein gut gelebtes Leben. Dafür werden wir dankbar sein.

Was wirst du heute schaffen?



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